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Kunterbunt
Angelina Jolie, Lady Gaga, Günter Grass
und Rihanna
Ausgerechnet an der pikantesten Stelle der
Autobiografie von Grass ist der Zwiebelhaut nichts
eingeritzt, schreibt der Meister auf Seite 126. Doch auf dem
entblößten Schlüsselbein von Rihanna ist das anders: „Never
a failure, always a lesson“ hat sie sich einritzen lassen,
in etwa „Aus Fehlern wird man klug“. Unklar ist, auf wen
oder was sich die Popdiva bezieht. In die Haut geritzte
Literatur ist cool. Megan Fox hat sich Shakespeares König
Lear für ihr rechtes Schulterblatt erwählt: "We will all
laugh at gilded butterflies", zu Deutsch: "Wir werden alle
über vergoldete Schmetterlinge lachen". Und Lady Gaga kann
Rainer Maria Rilke auf der Innenseite ihres Oberarms
nachlesen: "Prüfen Sie, ob er in der tiefsten Stelle Ihres
Herzens seine Wurzeln ausstreckt, gestehen Sie sich ein, ob
Sie sterben müssten, wenn es Ihnen versagt würde zu
schreiben. Dieses vor allem: Fragen Sie sich in der
stillsten Stunde Ihrer Nacht: Muss ich schreiben?"
Das amerikanische Magazin Forbes warnt vor literarischen
Abgründen: Ziert den Unterarm von Angelina Jolie noch ein
Tattoo von Tennesee Williams, sei es bei ihrem abdomen
lateinisch: „quod me nutrit me destruit.“ Hm. Was mich
nährt, zerstört mich?
Beliebte Bilder
Zu den beliebtesten
Behlendorf-Bildern zählen die Luftaufnahmen im Kopf dieser
Internetseite behlendorf.net . Seit 2003 illustrieren sie
die Lage Behlendorfs im Kreis Herzogtum Lauenburg.
Schüsse am Brink
Die Lage spitzte sich
zu: Der Vater der vier Kinder schoss am Brink in die Luft.
Auch die Butscher waren überrascht. Sie hatten eine
lange Reise hinter sich, kamen aus der Nähe von Königsberg
in Ostpreussen. Wie so viele waren sie auf der Flucht, auf
der Flucht vor den Kriegswirren und in Furcht vor dem Feind
hinter die Linie der Briten im Jahr 45, dem letzten Jahr des
2. Weltkrieges. Bei Ratzeburg waren sie in den Westen
gekommen und von dort waren sie nach Behlendorf verteilt
worden. Nun standen insgesamt fünf Pferdefuhrwerke am Brink,
doch niemand fühlte sich zuständig und verantwortlich, um
den Flüchtlingen eine Bleibe zuzuteilen. Verzweifelung,
Hunger, Furcht und Überanstrengung waren groß. Erst als der alte Reglitzky drohend mit seiner Pistole in die Luft schoss, kam
Bewegung in die fremdelnde Schar der Dorfbewohner. Erster
Anlaufpunkt war ein Strohdachhaus am Brink, wo es eine warme
Mahlzeit von der offenen Feuerstelle gab. Dann war die
Jugendherberge Quartier, das jetzige Gemeindehaus für die
Vereine am See. Einige Zeit lebt die Familie dann an der
Ziegelei bis sie bei Adolf Martens unterkam. Ein Gedenkstein
findet sich am Friedhof. Streng war die Erziehung der
Mutter, besonders, wenn die Knaben den ordentlichen Ruf der
Flüchtlinge aufs Spiel setzten. Was durchaus der Fall war,
als etwa ein Weihnachtskarpfen aus einer Reuse verschwand
oder das Unterholz am Moor im Wald angesteckt war. Trotzdem ist was
Ordentliches aus ihnen geworden: Der Drittälteste
organisiert heute regelmäßig für den Blau-Weiß Buchholz den
größten Stadtlauf seines Landkreises. Seine Vita erschien im
Hamburger Abendblatt und auch Behlendorf.net suchte das
Gespräch.
Bildersprache
Bilder helfen ins Thema
zu springen. Was seit Jahrhunderten genutzt wird, hilft
gerade im Zeitalter von Fernsehen und Internet. Dabei sind
viele Details eines Bildes zum Verständnis gar nicht
erforderlich, sie sind dennoch interessant. Der Schatten des
Stiftes deutet auf das Wort Behlendorf im Grassmanuskript.
Der unscharfe rote Hintergrund des Breitbandsteckers ist der
Behlendorfer Kirchturm. Die Behlendorfsilhouette mit Raps
ist aus einer Gorbatschowserie - Zufallstestfoto auf dem Weg
nach Hamburg zu dem großen Russen; das Bild diente dann als Vorlage für
einen Stich von Behlendorf.
Vielen Dank
Auf diesem Wege ein
herzlicher Dank für die Emailzuschriften. Zu der über das
Winterwochenende laufend aktualisierten Seite „Daisy“ belegen sie,
dass das Interesse am Geschehen in Behlendorf sogar
überörtlich ist – „ausgezeichnet dargestellt“ heißt es in
einer Mail aus Lübeck. Das freut uns und stärkt das
ehrenamtliche Engagement ganz allgemein. Natürlich freut uns
besonders, dass unser Konzept ankommt. Seit 2003 sollen
Bilder und Texte unterstreichen, dass es lohnt sich für
seine Heimat Behlendorf einzusetzen: Behlendorf ist schön,
erhaltenswert und zukunftsfähig. Dieses Anliegen wird
mitunter weltweit geteilt. Nicht nur aus dem Tor zur Welt –
Hamburg – kommen zustimmende Emails sondern auch aus der
Schweiz, Kanada oder anderswo. Eine sehr spezielle Form des
Kompliments ist die Nachahmung. So freuen wir uns, dass ein
weiterer Auftritt teilweise unser Konzept (zwar ohne netten
Text aber) mit Fotos kopiert, wenn auch, zugegebenermaßen,
mit der aufwendigeren und teureren Fototechnik.
Fachchinesisch (Global Village Zwo)
Chinesisch Wenn der Umweltchemiker
vom Limnologieinstitut die Restaurierungsmaßnahme am See
erklärt, klingt‘s fachchinesisch: Das australische Pendant
zum Fraunhoferinstitut hat ein Patent, Bentonit mit
Lanthan-Ionen anzureichern, ein Verfahren, das seit dem Boom
in China kostengünstiger geworden ist, weil Lanthan bei
steigender Eisenerzverarbeitung in größeren Mengen anfällt
und Bentonit plus Lanthan als Bentophos Phosphat bindet...alles
klar?
Deutsch In drei Sätzen bedeutet das erstens, der Behlendorfer See profitiert vom globalen Wissen der
Ingenieure, zweitens Europa spart Geld, denn die EU bezahlt
die Maßnahme und drittens sind die Ingenieure am See ganz
schön freundlich und auskunftsfreudig, um ihre Arbeit
verständlich zu machen - danke.
Weiteres zu "Global Village" weiter unten
(Die Kanalpappeln gehen nach China).
Eiche
So eine Eiche ist schon
etwas besonderes. Anhand des Umfangs und des Wuchses schätzt
der Baumpfleger das Alter der Eiche an unserer Kirche auf
780 bis 790 Jahre. Jedes Jahr werden tote Äste entnommen,
denn das Naturdenkmal darf keine Gefahr für die Kinder im Behlendorfer
Kindergarten, die Friedhofbesucher oder Kirchgänger
darstellen. Zehn bis fünfzehn Jahre könne sie bei guter
Pflege durchaus noch leben, meint der Spezialist. Das Klima
im Herzogtum Lauenburg müsste gut sein: Am Vossberg steht
eine ähnlich alte Eiche (Storcheiche nach einem Paar des
Schwarzen Storches das dort genistet hatte, Stammumfang 6
Meter 15) und im Revier Witzhaver Viert (heute
Revier Aumühle) des Sachsenwaldes (Sachsenwald)
war schon die mehrhundertjährige Fürsteneiche Lieblingsbaum des eisernen
Kanzlers Fürst Otto von Bismarck.
Weitere Berichte zur
800-jährigen Eiche weiter unten. (Weitverzweigte
Geschichte)
Behlendorf in der
Literatur
Mit Erscheinen des
„Tagebuch 1990: Unterwegs von Deutschland nach Deutschland“
wird Behlendorf vielfach in den Feuilletons und Gazetten
zitiert. Denn die Zeitungen greifen die Tagebucheintragungen
auf, die oftmals mit Behlendorf überschrieben sind, dem
Wohn- und Rückzugsort von Günter Grass, Ausgangspunkt mancher seiner
Überlegungen und Reisen. Er selbst bekundet seine Lust „vor
dem Schreibpult auf und ab zu laufen, zu brabbeln, Sätze so
lang zu kauen, bis sie mundgerecht sind, bei kalter und
warmer Pfeife.“ Viele Einblicke gewährte er schon in
„Fundsachen für Nichtleser“, „Mein Jahrhundert“ oder „Die
Box“. In Behlendorf ist die Straße, an der er mit seiner
Frau wohnt, nicht mit dem Namen bekannt, sondern heißt „bei Günter
Grass vorbei“, hier schätzt man seine Frau Ute, kennt man
den Teich und "Herrn Lübcke", weiß man um die
Hechtvorlage für die Zeichnung, ist Günter Grass
Nachbar Grass (mit externen
Links).
Altweibersommer
Mit so einer
Internetseite kann man sich schnell auf juristisches
Glatteis begeben. Wehe zum Beispiel dem, der nicht von jeder
Seite erreichbar ein Impressum mit Vor- und Nachnamen einer
verantwortlichen natürlichen Person inklusive Adresse
angibt. Hier schon mal gleich das einschlägige Urteil, dass
mit der Überschrift Altweibersommer keine Diskriminierung
gemeint ist, sondern eine schöne Jahreszeit beschrieben sein
soll.
Das LG Darmstadt hat im
Jahr 1989 festgestellt, dass die Verwendung des Ausdrucks
Altweibersommer durch die Medien keinen Eingriff in die
Persönlichkeitsrechte von älteren Damen darstellt (LG
Darmstadt, Az. 3 O 535/88, Urteil vom 2. Februar 1989; NJW
1990, Seite 1997).
Und so entstand der
Name: Er leitet sich von Spinnfäden her, mit denen junge
Baldachinspinnen im Herbst durch die Luft segeln. Mit „weiben“
wurde im Althochdeutschen das Knüpfen der Spinnweben
bezeichnet. In norddeutschen Dialekten nennt man die
Altweibersommerfäden Metten, Mettken oder Mettjen (als
Verkleinerungsform von Made, d.h. man hielt sie für
Raupengespinst). Wegen der lautlichen Ähnlichkeit wurde
dieser Begriff volksetymologisch zu Mädchen umgedeutet. Im
Volksglaube wurden diese Spinnweben aber auch für Gespinste
von Elfen, Zwergen, der Nornen oder der Jungfrau Maria
(„Marienfäden“, „Mariengarn“, „Marienseide“, „Marienhaar“
oder „Unserer Lieben Frauen Gespinst“, „Mutter Gottes
Gespinst“) gehalten. Weitere Bezeichnungen sind Ähnlsummer,
Frauensommer, Mädchensommer, Mettensommer, Mettkensommer,
Metjensommer, Witwensömmerli, Liebfrauenhaar und fliegender
Sommer.
Blog
Tshalina (Nickname), eine
junge Frau aus Labenz, beschreibt in ihrem Weblog die
Beachparty. "Behlendorf feierte und das nicht nur vor Ort
auf der Beach Party selbst, sondern auch die Nachbarschaft.
Die Anwohner saßen in ihren Carports, beobachteten bei
gekühltem Bierchen und eiskalter Coke die Partywütigen, die
auf den doch recht langen Wegen zwischen “Hier parkt mein
Auto” und “Da ist die Party” umherirrten."
Blogs und ihre
Beliebtheit nehmen zu. Da ist es Zeit, den vielen
umhergesendeten Kommentaren zur Dorfpolitik, den
Jimmygeschichten und anderem Platz zu geben. Hier ist der
Anfang.
www.blog.behlendorf.net
Hüttenschlackenstein
726 Tonnen Steine lagern
seit dem 10. Juni 2009 an der Ziegelei Behlendorf am
Elbe-Lübeck-Kanal und warten darauf, zwischen Behlendorf und
Berkenthin als Uferbefestigung in der Böschung verbaut zu
werden. Kein einheimisches Gestein, denn gefertigt wurden
die Steine bei der Norddeutschen Affinerie. Es handelt sich
um Hüttenschlackenstein, der deutlich schwerer und dichter
ist als Naturstein (etwa 3,8 zu 2,3 kg/dm³). So ist er eben
auch beständiger. Angeliefert wurde alles auf einmal. Denn
die Nähe zum Wasser ermöglichte, dass die MS Taurus die
Lieferung brachte.
Informationen rund um
den Kanal:
Wasser- und
Schifffahrtsamt
Foto-Loop Huettenschlackensteine
Radtour nach
Berkenthin
Zu den schönen
Behlendorf-Radtouren zählt der Weg über den Taubenberg nach
Anker, an der Hude über den Kanal und auf dem Kanalradweg
bis kurz hinter der Hütte bei Hollenbek und dann hoch nach
Göldenitz. Von dort nach Berkenthin und gleich rechts den
Fahrradweg auf der Fahrbahn hinunter zum Kirchstieg. Dabei
ist kurz vor "Meiers" die "Werft" des Salzprahms zu
entdecken. Nach der Überquerung des Kanals sind die Symbole
der Stecknitzfahrer an der Berkenthiner Kirche zu finden.
Entlang der Berkenthiner Kirchenstraße: die Landmaschinen
Bargmanns, die Pommeriten mit den Ziegen und dann die Häuser
Hollenbeks. Unterhalb des Schorbergs und dann "bei Grass
hoch" und durch den Wald parallel der Kreisstraße geht es
vorbei an der "alten Schießbahn" zurück nach Behlendorf.
Zwischen Göldenitz und
Berkenthin ist eine Vielzahl von Tieren zu entdecken. Nach
Wasserbüffeln, Wisenten (bzw. Bisons), Eseln und Kamelen
auch etliche Zebras - alle in der Obhut eines in Tiere
vernarrten Tierarztes. Auch wenn Tierhaltung häufig
grundsätzlich umstritten ist: Die Tiere sind eine
Attraktion, das weiß auch die "Stecknitz-Region", die auf
vielen Wegen für die Region und damit auch für Behlendorfer
Ferienwohnungen wirbt.
Stecknitzfahrer
Salzprahm
Nervenkrieg in Berkenthin
Konkurrenz belebt das Geschäft
sagte ein Vorstand des
Brinkhuusvereins und meinte den Umstand, dass sich
Behlendorf nach sechs Jahren eine zweite zusätzliche
Internetseite gönnt. Das mag zwar für geschäftliche Bereiche
gelten, kaum aber fürs Ehrenamt. Was würde aus dem
Brinkhuusverein, der Feuerwehr oder den Fußballfreunden,
wenn man die wenigen Aktiven noch in konkurrierende Gruppen
spaltet? Es war schon eine Kunst der Bürgermeisterin und
Bauausschussvorsitzenden in der Zeit 2003 bis 2008 die
unterschiedlichsten Kräfte zur Mitarbeit im Projekt 2006 am
Feuerwehrgerätehaus oder beim Brinkhuus zu gewinnen. Selbst
lautstarke Kritiker wurden bis zur letzten Fliesenfarbe um
ihre Meinung gefragt, ein Lehrstück zur Demokratie. Deswegen
ist hier seit Monaten auf vielen Seiten über
Zusammenarbeit geschrieben.
(Siehe auch "Salzprahm").
Veranstaltungsglück
Glatt wie die Straßen im
derzeitigen Winter kann das Parkett im Brinkhuus für
Veranstaltungen sein. Mancher Organisator muss nachbestuhlen
wie beim Grünkohlessen aber für jeden dreht sich das
Karussel und beim nächsten Mal könnte nur ein Dutzend Spaß
haben an deftiger Kost, Informationen und Unterhaltung. Das
Brinkhuus erlebt Höhen und Tiefen. Aber wenn die komplette
Gemeindevertretung und der extra erweiterte Kulturausschuß
fehlen und nichtmals der ganze Vorstand des Brinkhuusvereins
kommt, dann verabreden sich nur wenige Andere auf eine
Veranstaltung im Brinkhuus. Diese konnten aber einen schönen
Valentinsabend (externer
Link) genießen.
Pemmikan – jenseits
von Gammelfleisch
Gammelfleischparty ist das Jugendwort des Jahres. Das haben
wohl irgendwelche Studienräte erforscht. Gemeint sind
Ü-30-Partys. Aus diesem Blickwinkel betrachtet wäre wohl
halb Behlendorf betroffen, angefangen beim Bürgermeister,
seinen Stellvertretern und dem ganzen Gemeinderat. Wäre das
der Spott der Jugend, weil die Gemeindevertreter als „Silversurfer“
(Internetnutzer mit grauen Haaren) keine Ahnung von
Datenautobahnen und der Bedeutung von schnellen
Internetverbindungen für die berufliche Zukunft der
Behlendorfer haben, sich Zukunftsfragen verweigern könnten?
Keine Sorge, der ein oder andere weiß auch da, das
„Datenzäpfchen“ den USB-Stick meint, der für den
Dateienaustausch in den PC gesteckt wird. Powerpoint ist
keine Kampfhundemischung aus Pudelpointer und Wackeldackel.
Diese Gemeindevertreter sind sozusagen „Pemmikane“, schon
bei Karl May beschrieben (neuerdings als E-Book im
Geiz-ist-Geil-Shop): Pemmikan aus luftgetrocknetem und
gedörrtem Fleisch, frei von Bakterien, nach Indianerart aus
starken Bisons gemacht sozusagen der „Schatz im
Silbersurfersee“.
Noch ein Wort der Jugendsprache? Blumensträuße nennt der
Nachwuchs unschuldig „Heuchelbesen“. Aha.
Thesaurier - diesseits der Sprachförderung
„Heey…hab da ma ne frage…brauche ich in behlendorf
aufsichtsperson?? Bin 15…und wenn ya wie lange kann ich denn
da bleiben?? Warte auf antwort…Liebe Grüße.“
Aus den LN vom 24.9.2008 über die Anfrage eines unbekannten
Nutzers im Gästebuch der Homepage des Veranstalters
Top-Disco-Show zur Beachparty in Behlendorf.
Kulissenschieber
Weniger Ärger als Lübeck mit der
Buddenbrookverfilmung hat Behlendorf mit der ZDF-Produktion
„Das Duo“. An zwei Tagen wurde in Behlendorf
gedreht. Polizeiwagen, Leichenwagen und zahlreiche Fahrzeuge
der Filmcrew kurvten über die Waldwege im Lauenburgischen.
Das Rätsel, was die Beifahrerin der silbernen Limousine
unter ihrem Mantel trug, soll auch erst zum Sendetermin im
Neuen Jahr gelüftet werden. Pro Drehtag zahlen
Produktionsfirmen 1.500 bis 2.000 Euro für die Location, die
dem Grundstückseigentümer zustehen.
Bilder im Fotoalbum
Story:
"Die Bestien" (Aus dem Drehbuch)
Stephan Behlen
Wer ist nach wem benannt?
Kinder, Jäger, Förster, Spaziergänger – alle
haben Geschichten aus dem Wald parat. Einer der ersten war
Stephan Behlen. Er lebte von 1784 bis 1847, war erst im
Forstdienst, dann Professor der Naturgeschichte, begründete
1825 die „Allgemeine Forst- und Jagdzeitung“ und sammelte in
5 Bänden „systematisch“ die Jagd- und Forstgesetzgebung der
deutschen Bundesstaaten (1827/33). Man müsste sich mal in
den umliegenden Wirtshäusern umhören, ob Stephan Behlen
etwas mit der Behlendorfer Wald zu tun hatte. Denn bislang
war er als Forst- und Jagdschriftsteller nur in der Gegend
von Aschaffenburg bekannt.
Preußisch grün
Behlendorfer Wald / Behlendorfer Forst
„Die Schießkuhle“, kommt
wie aus der Pistole geschossen die Antwort, wenn man einen
Butscher nach dem schönsten Ort im Behlendorfer Wald fragt.
Klar hier finden sich beschriftete Steine des
Gefallenendenkmals, dessen Hauptteil 1967 an die Kirche
verbracht wurde. Hier kann man Dachsbauten finden oder
Fuchsbauten - oder Dachsbauten, die von Füchsen bewohnt
werden. Nur wenige Schritte entfernt: ein Hundeparadies;
hier preschen wasserverrückte Vierbeiner in den See. Dann
Kinderstimmen, nur wenig weiter der Waldplatz, wo unser
Kindergarten dienstags und donnerstags ist. Ein Hochsitz,
eine abgebrochene Brücke über einem Wasserlauf, der wohl vom
See zum Elbe-Lübeck-Kanal führt. Das Zusammenspiel von Natur
und Kultur ist kaum irgendwo so dicht wie hier im
Behlendorfer Forst. Der Försterberuf selbst ist seit Loriots
Weihnachtsgedicht entmystifiziert, als die Försterin im Herrenzimmer
ihren Gatten meuchelt, zerwirkt und über Knecht Ruprecht als
Geschenkpakete entsorgt. Doch der Wald
selbst ist und bleibt seit Jahrtausenden ein Mythos, dem
auch schnulzige Fernseh-Serien über die Forstarbeit nichts
anhaben können. Preußisch diszipliniert geht es in der
Forstwirtschaft inzwischen zu, denn die Nachhaltigkeit – nur so
viel zu entnehmen, wie nachwächst – wird inzwischen sogar
als ökologisch angesehen, obwohl sie als Prinzip für die
Forstwirtschaft von den Preußen erfunden wurde.
siehe
Fotoalbum Behlendorfer Forst
Gro ßes
Zirkuserlebnis in kleinem Dorf
Ein guter Zirkus berührt
die Herzen der Menschen: "Seit
Jahren die schönste Veranstaltung im Dorf," sagte ein
achtzig- jähriger Mann mit leuchtenden Augen. Nur "Toll...!"
und dann sprachlose Freude, meinte eine neunjährige
Artistin, auch sie mit jenem Schimmer in den Augen, der
besondere Rührung widerspiegelt. Der Verein Brinkhuus
Behlendorf und ein mit Kinderschar und Trommel durch die
Straßen des Ortes ziehender Ausrufer hatten zu einer
Vorstellung des Zirkus Behletti in das Festzelt am Brink
eingeladen. Und es wurde eine der vollsten Veranstaltungen,
die die Behlendorfer in letzter Zeit erlebt haben. Drei Tage
lang hatten 35 Kinder
und der Clown Mücke trainiert und
boten kleine und große Kunststücke sowie Clownereien auf
Kosten der Erwachsenen, bevorzugt der Autoritäten des
Dorfes. Die Akrobatik reichte von Seilartistik der Kleinsten
über Fakirnummern der Größeren bis zum "Ritt auf der
Giraffe", dem doppelthohen Einrad. Mit großer Gelassenheit
zelebrierte ein kleiner Butscher "die schwebende Jungfrau",
von drei Mädchen geschickt ausgeführt. Weiterer Höhepunkt
war eine Feuerspei-Nummer des Proficlowns Mücke, der das
Zirkuserlebnis organisiert hatte.
Siehe
Fotoalbum Zirkus Behletti
Schall und Rauch
Stöbert man in alten Schriften über frühere Sitzungen der
Feuerwehr oder Gemeinde heißt es beispielsweise 1922, dass
am Ende zu Lasten der Kasse Zigarren ausgegeben wurden.
Heutzutage undenkbar, denn seit neuestem ist im
Feuerwehrgerätehaus, dem Vereinshaus am See und dem
Brinkhuus das Rauchen in allen Räumen verboten, weil es
Gebäude der Gemeinde sind und die Gemeinde Träger
öffentlicher Verwaltung ist - womit alles unter das
Nichtrauchergesetz fällt. Zum Glück hat das kein
Bürgermeister und keine Gemeindevertretung zu verantworten,
sondern ist von mehr oder wenig klugen Köpfen im fernen Kiel
und noch fernerem Berlin zum Gesetz gemacht worden.
Hintergrund ist eine weltweite Welle gegen das Rauchen,
dessen Risiken durch zugemengte Chemikalien und Aromastoffe
gestiegen ist und weder mit heimischen Zigarrenprodukten
früherer Jahre vergleichbar ist, noch heutigem Wissen
entspricht. Schon lange werden darum viele Reden dafür und
dagegen geschwungen.
Im Süden unseres Landkreises wird sogar Tabak angebaut, aber
auch wenn dort ein Bürgermeister dem Tabakbauern einen
Gefallen bereiten wollte: Er müsste für eine Zigarette für
viel Geld einen baulich abgetrennten "Nebenraum" schaffen,
alle anderen Versprechungen wären Schall wie Rauch und
angesichts der Bußgeldvorschriften des Landesgesetzes von
keinem Bürgermeister zu verlangen. Aber schließlich hatte
auch kein sich betroffen fühlender Bürger und
Gaststätten-Gast gegen das Schleswig-Holstein-Gesetz geklagt
– womit alle Verbote bis heute uneingeschränkt gelten.
Kinderfest und Mienenspiel
Stellen sich
Erwachsene beim Ritt auf einem elektrischen Bullen zur
Schau, zeigen Mienen und Johlen der Zuschauer die Freude am
raschen, uncoolen Sturz. Ganz anders beim Kinderspiel: Die
Mienen der Zuschauer zeigen Anteil und Miterleben des
kindlich in sich selbst gekehrten Spieles aus
Bewegungsgeschick und Karusselerlebnis. Kinderfest ist eine
der wichtigen Veranstaltungen der Dorfgemeinschaft.
Schon beim
Sammeln spenden viele Ältere überpro-portional. Bei Kaffee
und Kuchen schauen sie, wie groß der Nachwuchs geworden ist.
Kinderglück und Freude, wenn die Kleinen eine
"Behlendorf-Mütze" aufgesetzt bekommen und einen Gutschein
des Spielgeschäfts Brüggemann errungen haben - das kann kein
Fernsehsender bieten.
Ob
"olympisch" oder "afrikanisch"
bei "König der Löwen", ob mit professionellem Team oder
selbst organisiert - Kinderschar und Besucherzahl sollen
eines zaubern: Ein bisschen Glück ins Mienenspiel.
Global Village
Die Kanal-Pappeln reisen von der Ziegelei
10.000 Meilen nach China
Drei Viertel der am Elbe-Lübeck-Kanal bei Behlendorf
gefällten Pappeln sind schon abtransportiert. 25
LKW-Container wurden bereits beladen. Acht weitere
Überseecontainer werden noch folgen und das Holz aus dem
Herzogtum Lauenburg nach Yantian, einem der Stadtbezirke von
Shenzen, verschiffen. Die Reise wird ca. 30 Tage dauern und
10.000 Seemeilen lang sein. Shenzen bei Hongkong ist eines
der am schnellsten wachsenden Gebiete der Welt. Der in
Behlendorf am Kanal wohnende Günter Grass schreibt in seinem
zweiten autobiografischen Buch (Präsentation am 29.8.2008)
"Die Box" über den amtlichen Beschluss zur Fremdartigkeit
und das Fällen der Pappeln. In Behlendorf langjährig
ansässige Familien sehen das Baumfällen gelassener, da sie
den Kanal noch ohne Pappeln kennen und sich auf die
Neuanpflanzungen freuen.
Schweinebucht
Jajaja: die Mondlandung von Neil Armstrong
und Buzz Aldrin am 21./20. Juli 1969 während Mike Collins in
der Columbia den Mond umkreiste – alles Fake, gefälschte
Fernsehkunst aus Hollywood. So mancher nimmt diese weit
verbreiteten Gags um die Zweifler ernst: Eine Mondlandung
hätte es nicht gegeben, es gab nur Bilder aus kalifornischen
Fernsehstudios.
Und wo fand dann Kennedys Politikdebakel
„Schweinebucht“ statt? Zur Info sei in Erinnerung gerufen,
dass der 35. US-Präsident John F. Kennedy Kuba von Fidel
Castro befreien wollte und in der Schweinebucht scheiterte.
Nun, eine Schweinebucht hat der Behlendorfer See auch, aber
der nun aufkommenden Mutmaßung, hier bei uns hätten die
Drehaufnahmen stattgefunden, kann gleich widersprochen
werden.
Unsere Schweinebucht auf der Karte dient
dazu, Anglern den See zu erklären. Und wer schon einmal Neil
Armstrong z.B. in der TU München selbst treffen konnte oder
in Cape Canaveral im Kennedy Space Center war, weiß, alle
diese Personen, Raketen, Räume: das war schon so, 1969.
Weit verzweigte
Geschichte
Behlendorf hat neben vielen Baudenkmälern
auch zwei Natur-Denkmale: Die Insel im See und eine ca. 800
Jahre alte nahezu ewige Eiche neben der Kirche, jedoch wegen
des nahen Gefallenendenkmals, das seinerzeit extra aus
Seenähe hierher verlegt wurde, von einzelnen als unschick
empfunden.
Die Eiche hat ebenso wie die Kirche einen
verblüffenden Effekt, denn nicht nur Eichenfreaks und
Predigtlauscher sehen Baum und Kirche als „ihre“ an, auch
tägliche Spaziergänger, Friedhofsbesucher und Vorbeifahrende
nehmen ohne große Worte die Silhouetten wahr und betrachten
es still und vertraut als „ihrs“, ihrer Heimat zugehörig.
Schmunzeln kann man dann, wenn eine Zeitung, allgemein aus
Frankfurt kommend und einen Bruchteil
der 800 Jahre alt, nur einen findet, der einzig sein will,
und diesen Baum und seine “Energie“ zu verstehen glaubt –
ach, Zeitungspapier wie bist Du vergänglich, Baum und Kirche
gehören doch allen.
Wann kommt der Nandu?
Dereinst sind südamerikanische Nandus aus
einer "Straußenfarm" ausgebüxt. Sie halten sich östlich der Wakenitz im Kreis Nordwest-Mecklenburg etwa bei Utecht in
freier Wildbahn auf und sind dort häufig zu sehen. Seit Ende
März 2008 ist jeweils ein einzelner der Großvögel nördlich
von Marienwohlde und fast an der Albsfelder Kreuzung gesehen
worden. Bald erreicht der Nandu Behlendorf.
Ballonfahrer am Kanal
Ruhig
steht das Wasser, in weichen Krümmungen folgt die
Linienführung feinfühlig dem sanft hügeligen Gelände.
Harmonisch ist das dunkle Band von Süden nach Norden in den
Verlauf der Natur eingefügt, so als hätte sich das Wasser
diesen Weg selbst gesucht. Ein reicher Hamburger
Fischhändler hat sich hier ein Häuschen errichtet, von dem
aus er Wasser, Landschaft und die über die Region ziehenden
Wetterwolken beobachten kann. Nur wenige Meter entfernt
stehen die Reste einer Windmühle; die Müller und Bäcker
hatten die Windenergie über den Hügeln am Wasserlauf lange
genutzt, bevor sie zur Stromerzeugung gefunden wurden. Die
Inflation, eine der schlimmsten Geißeln der Menschheit,
raubte dem Fischhändler seine Ersparnisse, er musste seinen
Ruhestand im Altersheim verbringen, statt ihn im erbauten
Wohnsitz zu genießen. So schöpft heute ein Schriftsteller
mit seiner Frau Kraft aus dem Blick über den
Elbe-Lübeck-Kanal, den der Lübecker Wasserbaudirektor Rehder
entwarf und dem Verlauf der alten Stecknitz und ihrem Kanal
in einem eiszeitlichen fast nord-süd-ausgerichteten
Urstromtal anpasste.
Im
Sommer ziehen zur frühen Morgenstunde Angler im Gänsemarsch
zu ihren Plätzen entlang des Kanals, um schweigend ihrer
Profession nachzugehen. Eine Entenfamilie schwimmt zum
ersten Tagesausflug über das Wasser, am Himmel kreist ein
Bussard, lauert in ruhigem Flug auf Beute aus den Wiesen und
Feldern. Fern schwebt ein Heißluftballon, um die Thermik des
Tagesbeginns zu nutzen. Auch der Ballonfahrer hat sich
diesen südlichsten Ort des Lübecker Sprengel ausgesucht, um
den städtischen Trubel der Hansestadt allenfalls aus der
Luft zu beobachten.
Die ganze Geschichte "100 Jahre Elbe-Lübeck-Kanal" finden
Sie unter
Wasserweg zwischen Lauenburg und Lübeck im Jahr 2000
siehe
Fotoalbum "Tage und Nächte steigen aus dem Wasser"
siehe Fotoalbum "Wie die
Brüder Montgolfier"
Rehderblick
Behlendorf
Der Errichter des Elbe-Lübeck-Kanals ist
Wasserbaudirektor Peter Rehder. Nach ihm ist dieser
herrliche Blick benannt, der in Nord-Süd-Richtung vom
Schorberg über die Behlendorfer Schleuse auf einen kaum
wahrgenommen kurvigen Verlauf des Kanals fällt. Anlass für
dieses Foto war eine Zeitungsveröffentlichung und sich daran
anschließende stundenlange Recherchen.
Grautiere und andere Esel
Zwei Esel hatten so ihre eigene Sichtweise von Behlendorf. Der eine, Fridolin, lebte auf dem Gut und lief frei herum wie ein Hund. Ähnlich treu war er auch, denn er lief niemals davon, sondern freute sich über Besucher. Der andere war ebenfalls ein treuer Geselle, stammte aus dem Eselspark und zog etliche Jahre lang eine kleine Kutsche mit seinem Herrn und dessen Frau durch die Behlendorfer Dorfstraßen und die Feldmark. Aktuell gibt es ein Grautier, und ob man irgendwo noch den einen oder anderen Esel vermuten könnte, wird hier wohlweislich verschwiegen.
Kibbelkabbel
Ein Spiel in Hollenbek, an das sich die heute 30 bis 35-Jährigen gut erinnern. Es konnte noch auf der Straße gespielt werden, weil es längst nicht so viel Verkehr wie heutzutage gab. Mit einem Stock wurde ein Stein geschlagen. Heute gibt es etwa 70 Kinder in Behlendorf. Jedenfalls ist das die Zahl, mit der man bei einem Kinderfest rechnen sollte.
Berge
61,3 Meter oder sogar 61,4 Meter misst der Himmelsberg und ist damit der höchste Berg in der Gemarkung Behlendorf. Von dort kann man die Kirchturmspitzen Lübecks sehen. Wer hier jemals mit dem Fahrrad gefahren ist, weiß, dass es vielleicht im Englischen Garten in München topfeben ist; im Norden nicht. Denn hier gibt es Berge: Taubenberg, Schiefenberg, Heidberg, Schorberg und Papiermühlenberg. An letzterem beschreibt jetzt der berühmteste Neu- Behlendorfer seine Papiere. Er ist ein Literaturnobelpreisträger, der dieses
ehemals mit der Försterei als Försterwohnung
verbundene Gebäude bewohnt, ein als Sommerfrischenvilla eines Hamburger Fischhändlers
erbautes Haus mit Blick auf den Kanal. Von der Papiermühle gibt es außer einem Bachlauf nichts mehr zu sehen.
Backhäuser und Nebengebäude
Die alten Höfe hatten alle ein einzeln stehendes Backhaus und andere Nebengebäude. Die Nebengebäude auf dem Hof des künftigen Dorfgemeinschaftshauses sind im Sommer 2003 zusammengefallen. Einzelne dieser Nebengebäude in Behlendorf sind heutiger Nutzung zugeführt: So gibt es ein Atelier in einer alten Garage oder ein zur Bibliothek umgebautes Backhaus oder ein komplettes Tonstudio mit Blick auf den Behlendorfer See.
Beachparty
An einem Sommerabend im Juli kommen bis zu dreitausend und mehr junge Besucher nach Behlendorf. Ihre Seite von Behlendorf ist eine Party, die seit einigen Jahren mit freiem Blick auf das Sternenzelt an unserem See stattfindet. Laserblitze erhellen dann den Nachthimmel, die Zufahrten sind zugeparkt und der Veranstalter sammelt am nächsten Morgen so manchen Müll aus den Vorgärten. Typisch behlendorferisch ist das Mittel gegen die wuppenden Bassrhythmen: Einfach eine eigene Party veranstalten und gegen später mal am See vorbeischauen.
Glück gehabt
Fehlende Spritzufuhr und ein stotternder Propellermotor zwangen im Sommer 2003 den Briten Peter zu einer Notlandung auf einer Wiese am Himmelsberg. Quer über das Nachbarfeld gesegelt und mit dem Fahrwerk in die Treckerspuren gehalten so ging alles glatt. Die Polizei spannte Flatterband, tagsüber harrte ein ziviler Wachtposten aus, einige Nächte hatte der Jagdpächter ein Flugzeug vor der Nase, einige junge Damen halfen mit Reservekraftstoff, die Flugbehörden gaben eine Sonderstarterlaubnis, die Spedition brachte eine neue Benzinpumpe, die letzten fehlenden englischen Spezialschrauben wurden am Flughafen Lübeck-Blankensee geholt und am Schluss konnte das rare Stück wieder starten, drehte nach einer Platzrunde ab, flog weiter und ist nach wie vor im Einsatz. Es ist mitunter auf den Hamburg Airport Classics zu bewundern: eine heute seltene Miles Messenger MK38 IIA aus dem Jahre 1947.
Mauerstürmer
Eine kleine
Gedenktafel am Brink erinnert an den 9. No- vember 1989,
einem deutschen Schicksalstag. Am 9.11.1923 zeigte sich beim
Hitler-Putsch die politische Aggression der Nazis, am 9.
November 1938 in der Reichspogromnacht bei Brandschatzen und
Morden deren völkerverbrecherische
Aggression. Doch am 9.11.1989 gelang es friedlichen
Revolutionären die
Berliner Mauer von 1961 und den von Winston Churchill so
genannten "Eisernen Vorhang" zu überwinden.
Normal
bieten Mauern Schutz und Geborgenheit, man denke an die
Feldsteinmauern unserer Kirche und vielleicht
reden
nur
noch
einige
versprengte Anhänger
der Spät-68er-Bewegung aus Paris oder Amerika Parolen wie
"wir wollen Mauern einreißen",
wenn ihre Argumentation nicht überzeugen konnte, denn schließlich lässt
man dabei völlig
unsolidarisch irgend jemanden im Regen stehen.
Die
Menschen in Ostdeutschland standen jahrzehntelang im Regen
und wurden in Unfreiheit festgehalten, als müsste
die Mauer, sie oder uns gegeneinander beschützen.
An diese Sinnverdrehung einer Mauer und ihre
Überwindung
erinnert der Stein mit den gereichten Bruderhänden
für
alle Menschen in dem 1990 wie erstmals 1871 geeinten Land.
Großalarm
Einige am Ufer zurückgebliebene Kleidungsstücke und eine zum Badengehen aber nicht beim Zurückkehren beobachtete Frau verunsicherte andere Badegäste. War der Dame ein Krampf, ein Kollaps oder sonst etwas zugestoßen?
Im Zweifel auf der sicheren Seite: Ein Großalarm wurde ausgelöst, Feuerwehren und Rettungskräfte der ganzen Umgebung kamen mit Motorbooten, Flutlicht und anderem technischen Gerät nach Behlendorf. Unsere Freiwillige Feuerwehr und die DLRG machten einen guten Job. Viele Behlendorfer ruderten raus und suchten bis in die tiefe Nacht und ab dem Morgengrauen erfolglos. Anderntags mittags löste sich das Rätsel: Kleidungsstücke und Frau gehörten gar nicht zusammen. Diese war wohlbehalten. Doch ebenso intakt waren das gemeinsame Gefühl und die gemeinsame Tat, helfen zu wollen.
Glockenmarkt
Geldsorgen kennt so ziemlich jeder. Und auch die öffentlichen Kassen und die Kassen der Kirche sind leer, weil die gegenwärtig schwierige Wirtschaftslage nur wenig Steuereinnahmen bringt. Kindergarten oder Renovierungen: Überall ist die Lage gleich zu wenig Geld. Bei der Renovierung der Kirchenglocken und mit der Idee, sich vielleicht eine zusätzliche dritte Glocke zu gönnen, ging die Kirchengemeinde einen neuen Weg. Drei Frauen organisierten einen großen Flohmarkt auf den von der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellten Flächen sowie Privatgärten und erzielten ein ansehnliches Ergebnis.
2007 wurde ein zweiter Glockenmarkt
veranstaltet (siehe Fotoalbum).
Fisch-Abfall und Biogas
führten zur Standortfrage Biomasse und
zum sogenannten Biomasse-Streit von Behlendorf
Elbe-Lübeck-Kanal
Mal still ruhend und die Umgebung tief schillernd widerspiegelnd, mal vom Wind zerzaust und mitunter zugefroren präsentiert sich der Elbe-Lübeck-Kanal. Mit einem großen Fest wurde im Sommer 2004 der Radweg entlang des Kanals eingeweiht. Die Behlendorfer veranstalteten ein große Fahrradrallye. Und die Crême der internationalen Radstars wie der Innenminister Klaus Buß, der Kreispräsident Meinhard Füllner oder der Altmeister Rudi Altig wünschten auf ihrem Strampelweg entlang der Wasserstraße vor allem eines: Wasser. Das kriegten sie und alle anderen an der Behlendorfer Schleuse. Und die Behlendorfer kriegten die Probleme der zu knapp bemessenen Becherzahl ganz einfach gelöst: Mit einer zweimannbetriebenen mineralwassergespeisten Becher-Duschaktion.
Meister Adebar - Störche
Im
einem Frühjahr hatten zwei Störche das Nest auf der hohen Stange in Hollenbek zu ihrem
Tageshorst ausgewählt. Die Storchenpaare aus Berkenthin und Anker sind häufig auf den Feldern und Wiesen von Behlendorf unterwegs, um Futter zu suchen und damit ihre Brut aufzuziehen. Jetzt warten wir in Behlendorf, wann das Jungpaar wiederkommt und wann es Nachwuchs gibt.
Bilder
Foto: Titelfoto des Buches "Literarische
Tattoos - The Word Made Flesh", einige Zwiebeln und ein
Messer (Copyright Andreas Henschel)
Foto: Ballonfahrer über Behlendorf, Start war
Stockelsdorf, Landung in Lankau (Copyright Andreas Henschel)
Foto: Das Grass Tagebuch 1990 mit Lübcke/Forellen-Merkzettel
und Behlendorf (Copyright Andreas Henschel)
Foto: Baumpflegearbeiten im November
(Copyright Andreas Henschel)
Foto: Detail der Kirchtür Behlendorf
(Copyright Andreas Henschel)
Foto: 800 Jahre Eiche Behlendorf Kutsch-Pferd Kirche
(Copyright Andreas Henschel)
Foto: Kunstobjekt in der Kirche (Copyright
Andreas Henschel)
Foto: Nandu aufgenommen bei Utecht (Copyright
Andreas Henschel)
Foto: Auf dem Originalfoto Binnenschiff
Pappeltransport China ist ein über den Kanal fliegender
Storch zu sehen - bereit für seinen Weg nach Afrika
(Copyright Andreas Henschel)
Foto: Containerverladung (Copyright Andreas
Henschel)
Foto: Der Rehderblick Behlendorf (Copyright
Andreas Henschel)
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