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Behlendorfer Mühle beflügelt Phantasie und Erinnerung
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In der Reihe „Dorfgeschichten“ erzählte der Besitzer der Behlendorfer Windmühle Uwe Bartels aus der langen Geschichte der Mühle, die für 150 Jahre ihre Umgebung überragte, den Bauern das Korn abnahm und mahlte und in Ruhezeiten mit ihrer Flügelstellung Freude und Leid oder Gefahr signalisierte. Die Mühle wurde um 1820 gebaut. Der erste Müller ist Georg Meins von der Anker Mühle. Ihm folgt 1832 Peter Sauer von der Labenzer Mühle. Johann Oltmann heiratet 1835 dessen Tochter und ist ab 1836 erst Pächter der Mühle. Die Mühle geht mit dem Tod des Müllers Sauer in den Besitz der Familie Oltmann, also dem Schwiegersohn und dessen Nachfahren über. Die Mühle steht gleich am Ortseingang von Berkenthin über Hollenbek kommend. Besitznachfolger war Johann Friedrich Oltmann. Der ihm nachfolgende Friedrich Oltmann (1883-1957), Großvater von Uwe Bartels, ließ in der ursprünglich mit drei Schrotgängen ausgerüsteten Mühle einen Mehlgang einbauen, um die etwa 1890 der Mühle angeschlossene Bäckerei selbst mit Mehl versorgen zu können. Die Mühlentechnik gilt als eine der Schlüsseltechnologien, die die Entwicklung Europas prägten. Mühlen unterscheiden mit einer zugehörigen Erbregelung Europa z.B. von den oft älteren Kulturen Asiens. Der amtierende Bundeswirtschaftsminister Michel Glos, selbst Müllermeister, hatte erst vor kurzem dafür gesorgt, dass die Berufsbezeichnung als Zusatz für Lebensmitteltechniker erhalten bleibt. Um 1890 wurde das Anwesen auch um eine Landwirtschaft erweitert. Bis zu einem Sturmschaden im Jahre 1947 arbeitete die Mühle vor Wind danach bis 1956 mit Elektromotor. Uwe Bartels zeigte zahlreiche Bilder, die von seiner Tochter mit moderner Computertechnik aufbereitet worden waren. Nur ein alter Super-8-Kurzfilm hatte sich der Modernisierung widersetzt und lief mit flackerndem Licht auf einem schnurrenden Projektor: Der Abbruch der Mühle 1971. Sogleich begannen die Besucher zu raten, wer auf dem Celluloidstreifen zu erkennen war. Die Flügel wehten sozusagen für die Restaurierung einer anderen Mühle davon, die Mühlsteine wurden erst vor wenigen Jahren ins Freie gebracht. Uwe Bartels hatte selbst Bäcker gelernt wie es sich für den ältesten männlichen Nachkommen gehörte, aber er hat die lange Zeit weiter betriebene Dorfbäckerei vor einigen Jahren aufgegeben und sein Hobby, die Jagd, zu seinem Geschäft gemacht, das Einzugsgebiet dehnte sich nach Lübeck, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern aus. Einige Jahre war auch eine Poststelle dabei, sodass weiter eifrig Nachrichten ausgetauscht wurden. Auch an diesem Novemberabend saßen die Behlendorfer noch viele Stunden unter der Mühle zusammen und tauschten eifrig Geschichten aus und betrachteten Bilder. Waren die Zeiten früher besser mit einem anderen Lebenstakt oder schlechter mit ihrer vielen körperlichen Arbeit? Ein Beamer-Bild der vollständig gezeichneten Mühle überragte die Besucher und beflügelte ihre Phantasie und Erinnerung.
siehe Fotoalbum weiterführende Infos Die Muehlen im Herzogtum Lauenburg von Guido Weinberger
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