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Robbie 02: Zwischen den Schleusen

Vor genau 20 Jahren war bereits eine Robbe da

Die Robbe Robbie im Elbe-Lübeck-Kanal

 

Die Robbe im Elbe-Lübeck-Kanal hält die Menschen auf Trab. Jogger, Spaziergänger und Hundeführer halten Ausschau nach der inzwischen „Robbie“ genannten Ringelrobbe, einer mit den Seehunden verwandten Art, die seit Sonntag im Elbe-Lübeck-Kanal zwischen Büssau und Krummesse zu sehen ist. Bereits aus dem Schleusenbecken steigen Stimmen auf, wenn sich die Schiffsführer die neuesten Neuigkeiten zu dem an diesem Ort seltenen Tier zurufen.

 

Im Schleusenbecken

 

Und tatsächlich: An diesem Morgen kreuzt die Robbe zwischen den Ufern des Kanals im Bereich der Dalben an der Schleuse Büssau. Für einige Sekunden taucht der Kopf auf, mal von vorne, mal von hinten, mal von der Seite, um dann wieder minutenlang unter der Wasseroberfläche zu verschwinden. Platsch taucht sie an der Brücke zum kleinen Nebenarm auf, fast zum Greifen nah, doch die hochgerissene Kamera erwischt nur Grünzeug. Dann kommen einige Sportboote, die Robbe soll sie meiden wollen und es dauert wirklich eine Weile bis sie an anderer Stelle auftaucht.

 

Robbie kommt

 

Thorsten Böttcher von der Schleuse steuert noch ein Bild der nahen Robbe im Schleusenbecken bei. Er erzählt, dass eine Robbe zwar ein seltener Gast aber keinesfalls etwas Noch-nie-da-Gewesenes ist, denn vor genau zwanzig Jahren gab es eine Vorgängerin. Dabei hat er eigentlich anderes zu tun, als Tiere zu beobachten: Seine Schleuse „hebt“, das heißt berechnet die Gebühren für den Güterverkehr im gesamten Kanalnetz, also ggf. auch durch den Mittellandkanal, evtl. bis Köln oder wo sonstwo in Deutschland das Fahrziel des Binnenschiffes liegt.

 

1991

Schleuse Büssau

 

 

Die Ringelrobbe (Phoca hispida) ist die häufigste vorkommende Robbenart der Arktis. Neben dem Nordpolarmeer lebt die nahe Verwandte des Seehunds in der nördlichen Ostsee.
Ihren Namen hat die Ringelrobbe, weil das Fell mit hellen Ringen versehen ist, die dunkle Flecken auf grauem Grund umrahmen. Erwachsene Tiere sind etwa 135 cm lang und 70 kg schwer; die Ostsee-Ringelrobben sind mit über 140 cm Länge und 100 kg Gewicht größer.
Ringelrobben können gut sehen und haben hervorragende Gehör- und Geruchssinne.

 

 

Vielen Dank an Thorsten Böttcher von der Schleuse Büssau für seine Fotohilfe und die Tipps, die nach wenigen Minuten zu eigenen Fotos führten.

Alle anderen Fotos und Texte: © Andreas Henschel.

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