Robbie 02: Zwischen den Schleusen
Vor genau 20 Jahren war bereits eine Robbe da

Die Robbe im Elbe-Lübeck-Kanal hält die Menschen auf Trab. Jogger, Spaziergänger und Hundeführer halten Ausschau nach der inzwischen „Robbie“ genannten Ringelrobbe, einer mit den Seehunden verwandten Art, die seit Sonntag im Elbe-Lübeck-Kanal zwischen Büssau und Krummesse zu sehen ist. Bereits aus dem Schleusenbecken steigen Stimmen auf, wenn sich die Schiffsführer die neuesten Neuigkeiten zu dem an diesem Ort seltenen Tier zurufen.
Im Schleusenbecken
Und tatsächlich: An diesem Morgen kreuzt die Robbe zwischen den Ufern des Kanals im Bereich der Dalben an der Schleuse Büssau. Für einige Sekunden taucht der Kopf auf, mal von vorne, mal von hinten, mal von der Seite, um dann wieder minutenlang unter der Wasseroberfläche zu verschwinden. Platsch taucht sie an der Brücke zum kleinen Nebenarm auf, fast zum Greifen nah, doch die hochgerissene Kamera erwischt nur Grünzeug. Dann kommen einige Sportboote, die Robbe soll sie meiden wollen und es dauert wirklich eine Weile bis sie an anderer Stelle auftaucht.
Robbie kommt
Thorsten Böttcher von der Schleuse steuert noch ein Bild der nahen Robbe im Schleusenbecken bei. Er erzählt, dass eine Robbe zwar ein seltener Gast aber keinesfalls etwas Noch-nie-da-Gewesenes ist, denn vor genau zwanzig Jahren gab es eine Vorgängerin. Dabei hat er eigentlich anderes zu tun, als Tiere zu beobachten: Seine Schleuse „hebt“, das heißt berechnet die Gebühren für den Güterverkehr im gesamten Kanalnetz, also ggf. auch durch den Mittellandkanal, evtl. bis Köln oder wo sonstwo in Deutschland das Fahrziel des Binnenschiffes liegt.
1991



